Zusätzliche Einnahmen durch die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) verbindet landwirtschaftliche Produktion mit solarer Stromerzeugung auf derselben Fläche. Die Technologie ermöglicht es Landwirten, stabile Zusatzeinnahmen zu generieren, ohne auf Anbaufläche verzichten zu müssen. Studien des Fraunhofer ISE zeigen: Die kombinierte Flächeneffizienz steigt auf über 160 % – beide Nutzungen erreichen jeweils rund 80 % ihres Einzelertrags.
Durch den Einsatz bifazialer Module und eine maßgeschneiderte Planung wird die Sonneneinstrahlung optimal an die Bedürfnisse der jeweiligen Kulturen angepasst. Die Module bieten gleichzeitig Schutz vor Hagel, Starkregen und übermäßiger Sonneneinstrahlung – in Zeiten zunehmender Wetterextreme ein entscheidender Vorteil für die Erntesicherheit.

Agri-PV Kategorien nach DIN SPEC 91434
Die DIN SPEC 91434 definiert zwei Anlagenkategorien für die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik – je nach Aufständerung und Bewirtschaftungskonzept.
Kategorie I – Hoch aufgeständert
Landwirtschaftliche Nutzung unter den Modulen mit einer lichten Höhe von mindestens 2,10 m. Die Bewirtschaftung erfolgt direkt unterhalb der Modulreihen – ideal für Sonderkulturen wie Beerenobst, Wein, Hopfen und niedrig wachsende Obstbäume. Der Flächenverlust durch Aufbauten darf maximal 10 % der Gesamtfläche betragen.
Doppelnutzung unter den Modulen
Kategorie II – Bodennah
Landwirtschaftliche Nutzung zwischen den Modulreihen mit bodennaher Aufständerung. Geeignet für klassische Ackerkulturen wie Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Grünland mit Weide- oder Schnittnutzung. Der Flächenverlust durch Aufbauten darf maximal 15 % der Gesamtfläche betragen.
Bewirtschaftung zwischen den Reihen

Unser Vorgehen für Ihr Agri-PV-Projekt
Jedes Agri-PV-Projekt ist individuell – von der Flächeneignung über die Kulturauswahl bis zur Genehmigung. Wir begleiten Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage.
Projektspezifisches Design – präzise Planung und statische Auslegung basierend auf Windkanaltests und geologischen Gutachten. Flexible Systeme, anpassbar an individuelle Kunden- und Anbauanforderungen.
Langlebig und vielseitig – hochwertige Unterkonstruktionen für die Doppelnutzung über und zwischen Modulreihen. Innovatives Design minimiert Installations-, Wartungs- und Betriebskosten über die gesamte Laufzeit.
Schutz für Klima und Kultur – die Module schützen Pflanzen vor Hagel, Starkregen und übermäßiger UV-Strahlung. Die bessere Belüftung reduziert den Pestizideinsatz und fördert die Biodiversität auf der Fläche.
Vorteile von Agri-PV für Ihren Betrieb
Wirtschaftlich, ökologisch und zukunftssicher – warum sich die Doppelnutzung lohnt.
Stabile Zusatzeinnahmen
Die EEG-Vergütung für Agri-PV liegt 2025 bei 9,50 ct/kWh – ein planbarer Einkommensstrom über 20 Jahre, unabhängig von Ernteergebnissen und Marktpreisen. Seit 2025 werden bei hoch aufgeständerten Anlagen nur noch die tatsächlich verlorenen Flächenanteile von den EU-Direktzahlungen abgezogen.
Planbare Einnahmen über 20 Jahre
Ernteschutz & Klimaresilienz
Die Module schützen Kulturen vor Hagel, Starkregen und extremer Hitze. Erfahrungen vom Pilotprojekt Heggelbach am Bodensee zeigen: In Trockenjahren profitieren Kulturen von der Teilverschattung, und der Wasserverbrauch sinkt deutlich. Bei Beerenobst konnten Erträge sogar um 20 % gesteigert werden.
Schutz vor Wetterextremen
Flächeneffizienz über 160 %
Durch die Doppelnutzung erreichen Agri-PV-Flächen eine Land Equivalent Ratio (LER) von über 1,6 – die Fläche wird also um mehr als 60 % effizienter genutzt als bei getrennter Nutzung. Das macht Agri-PV zur flächeneffizientesten Form der Solarstromerzeugung in der Landwirtschaft.
Mehr Ertrag pro Quadratmeter
Eignet sich Ihre Fläche für Agri-PV?
Wir prüfen Standort, Flächeneignung und Förderfähigkeit – kostenlos und unverbindlich.
Förderung und EEG-Vergütung
Agri-PV-Anlagen profitieren von einer bevorzugten Stellung im EEG. Im Rahmen der Ausschreibungen für „besondere Solaranlagen“ erhalten Agri-PV-Projekte einen Vergütungszuschlag von 2,71 ct/kWh auf den anzulegenden Wert. Seit 2025 gilt zudem ein zweistufiges Zuschlagsverfahren, das Agri-PV-Anlagen in der ersten Runde bevorzugt.
Das Ausschreibungsvolumen für besondere Solaranlagen wurde deutlich erhöht: von 300 MW (2024) auf 800 MW (2025) und geplant 1.200 MW ab 2026. Voraussetzung für die EEG-Förderfähigkeit ist die Installation auf Ackerflächen, Grünland oder Flächen mit Dauerkulturen – die landwirtschaftliche Nutzung muss nachweislich weitergeführt werden.
Ergänzend stehen auf Landesebene Investitionszuschüsse zur Verfügung, beispielsweise über das Programm progres.nrw (bis zu 25 % der Investitionskosten). Wir beraten Sie zur optimalen Förderkombination für Ihr Projekt.
Häufig gestellte Fragen zu Agri-PV
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Agrivoltaik, Förderung und Umsetzung.
Welche Kulturen eignen sich für Agri-PV?
Grundsätzlich eignen sich viele Kulturen für die Kombination mit Photovoltaik. Bei hoch aufgeständerten Anlagen (Kategorie I) sind Sonderkulturen wie Beerenobst, Wein, Hopfen, Zitrusfrüchte und niedrig wachsende Obstbäume ideal. Bei bodennahen Anlagen (Kategorie II) können klassische Ackerkulturen wie Getreide, Kartoffeln, Salat und Gemüse angebaut werden. Auch Grünland mit Weide- oder Schnittnutzung ist möglich – Schafe und Rinder können zwischen den Modulreihen grasen.
Verliere ich Agrarsubventionen, wenn ich Agri-PV installiere?
Seit 2025 gilt eine neue Regelung: Bei hoch aufgeständerten Agri-PV-Anlagen wird nur noch der tatsächlich verlorene Flächenanteil – etwa durch Stützen und Technikflächen – von den EU-Direktzahlungen abgezogen. Bei einer typischen Anlage sind das nur 5–10 % der Fläche. Voraussetzung ist, dass die landwirtschaftliche Nutzung nachweislich weitergeführt wird und die Anforderungen der DIN SPEC 91434 eingehalten werden.
Wie groß muss meine Fläche mindestens sein?
Wirtschaftlich sinnvoll werden Agri-PV-Projekte in der Regel ab einer Fläche von ca. 1 Hektar und einer installierten Leistung ab ca. 750 kWp. Für die Teilnahme an den EEG-Ausschreibungen sind Anlagen ab 1 MW üblich. Entscheidend sind neben der Flächengröße auch die Topografie, die Bodenbeschaffenheit, die Netzanschlusssituation und die geplante landwirtschaftliche Nutzung.
Wie wirkt sich die Verschattung auf den Ertrag aus?
Die Auswirkung hängt stark von der Kultur und dem Standort ab. Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Heggelbach (Fraunhofer ISE) zeigen: In heißen, trockenen Jahren profitieren viele Kulturen von der Teilverschattung – die Verdunstung sinkt und die Pflanzen leiden weniger unter Hitzestress. Bei Winterweizen lagen die Ertragseinbußen im Durchschnitt bei rund 20 %, bei Beerenobst konnten hingegen Ertragssteigerungen von bis zu 20 % erreicht werden. Die Gesamtflächeneffizienz (LER) liegt in der Regel bei über 160 %.
Was kostet eine Agri-PV-Anlage?
Die Investitionskosten liegen je nach Anlagenkategorie und Aufständerungshöhe typischerweise zwischen 800 und 1.200 €/kWp – also höher als bei konventionellen Freiflächen-PV-Anlagen, aber durch die EEG-Zusatzvergütung und die weiterhin mögliche landwirtschaftliche Nutzung wirtschaftlich attraktiv. Wir erstellen Ihnen eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für Ihr konkretes Projekt.
Ihr Agri-PV-Projekt starten
Von der Standortbewertung über die Genehmigung bis zur schlüsselfertigen Anlage – wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welches Potenzial Ihre Fläche bietet.
