Photovoltaikanlagen sind längst nicht mehr nur technische Bauteile auf Dächern. Gerade im öffentlichen Bereich oder bei repräsentativen Neubauten wünschen sich Bauherren und Architekten Lösungen, die Energieeffizienz mit einer klaren architektonischen Sprache verbinden. Eine Solarfassade – auch als BIPV (Building-Integrated Photovoltaics) bekannt – ersetzt klassische Fassadenmaterialien, erzeugt Strom und schafft eine moderne, homogene Optik.
Dabei geht es nicht nur um Funktionalität, sondern auch um die Signalwirkung nach außen. Die Fassade wird zum sichtbaren Symbol der Energiewende – und liefert gerade im Winter, wenn die tiefstehende Sonne flach auf die vertikale Fläche trifft, proportional mehr Ertrag als eine Dachanlage. So ergänzt die Solarfassade die Dach-PV ideal und verbessert das Erzeugungsprofil über das gesamte Jahr.

Mehrwert für Architekten und Bauherren
Eine Solarfassade bietet zahlreiche Vorteile, die weit über die reine Energieproduktion hinausgehen:
Gestaltungsfreiheit
Unterschiedliche Farben, Oberflächen und Modulgrößen ermöglichen eine individuelle Anpassung an jedes Gebäude. Von anthrazit über terrakotta bis hin zu halbtransparenten Glas-Glas-Modulen – die Fassade wird zum Gestaltungselement.
Langlebigkeit und Robustheit
Fassadenmodule in Glas-Glas-Bauweise sind auf hohe Wind-, Schnee- und Eislasten geprüft und erreichen eine Lebensdauer von über 30 Jahren. Die rahmenlose Konstruktion bietet zudem exzellente Selbstreinigungseigenschaften.
Brandschutz und Sicherheit
Glas-Glas-Konstruktionen erfüllen die europäische Brandschutznorm EN 13501-5 und sind als BROOF(T1) klassifiziert. So können sie auch an Gebäuden mit erhöhten Brandschutzanforderungen eingesetzt werden.





Typische Einsatzbereiche
Öffentliche Gebäude
Rathäuser, Schulen und Hochschulen, die mit einer Solarfassade Vorbildcharakter in Sachen Energiewende und Nachhaltigkeit übernehmen.
Kulturelle Einrichtungen
Museen, Theater und Konzerthäuser, bei denen Gestaltung und Nachhaltigkeit gleichermaßen wichtig sind und die Fassade zum architektonischen Statement wird.
Wohnungsbau und Gewerbe
Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte und Wohnungsbaugesellschaften, die mit sichtbarer Nachhaltigkeit am Gebäude ihre Mieter und Kunden überzeugen möchten.

Technische und ökologische Aspekte
Die rahmenlose Bauweise sorgt nicht nur für eine elegante Optik, sondern auch für praktische Vorteile wie Selbstreinigung und geringen Wartungsaufwand. Die hinterlüftete Montage als vorgehängte Fassade garantiert hohe Erträge selbst bei warmen Temperaturen, da die Module von hinten gekühlt werden.
Moderne BIPV-Fassadenmodule erreichen Wirkungsgrade von 15 bis 19 % und liefern auf vertikalen Südflächen rund 400 bis 600 kWh/kWp pro Jahr. Im Winter, wenn die Sonne tief steht, erzeugen sie proportional deutlich mehr Strom als Dachanlagen – eine ideale Ergänzung zum sommerdominierten Dach-Ertragsprofil. Die sehr gute CO₂-Bilanz und Zertifizierbarkeit nach DGNB, LEED oder BREEAM schaffen eine wertvolle Grundlage für die Gebäudezertifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Strom erzeugt eine Photovoltaikfassade im Vergleich zum Dach?
Eine vertikale Südfassade erreicht rund 50 bis 70 % des Ertrags einer optimal geneigten Dachanlage – je nach Ausrichtung, Verschattung und Modultyp. Der Vorteil: Im Winter liefert die Fassade proportional deutlich mehr Strom, da die tiefstehende Sonne nahezu senkrecht auf die vertikale Fläche trifft. So ergänzt die Solarfassade die Dach-PV ideal und glättet das Erzeugungsprofil über das Jahr.
Was kostet eine Photovoltaikfassade pro kWp?
BIPV-Fassadensysteme liegen bei 2.000 bis 3.500 €/kWp und sind damit 30 bis 80 % teurer als Aufdach-Anlagen. Allerdings ersetzt die Solarfassade herkömmliche Fassadenmaterialien – die eingesparten Materialkosten (Naturstein, Aluminium-Verbundplatten, Glas) reduzieren den Aufpreis deutlich. Bei einer Gesamtbetrachtung einschließlich der eingesparten Fassadenkosten amortisiert sich das System deutlich schneller als der Bruttopreis vermuten lässt.
Welche Farben und Oberflächen sind bei Solarfassaden möglich?
Moderne BIPV-Module sind in einer Vielzahl von Farben erhältlich – von klassischem Anthrazit und Schwarz über Braun- und Terrakottatöne bis hin zu Grau und Weiß. Auch halbtransparente Module für Lichteinfall oder bedruckte Glas-Glas-Module mit individuellen Mustern sind möglich. So lässt sich die Solarfassade gestalterisch exakt an die Architektur anpassen.
Eignet sich eine Solarfassade auch für die Gebäudesanierung?
Ja – Solarfassaden sind sowohl im Neubau als auch bei der Fassadensanierung einsetzbar. Bei der energetischen Sanierung ersetzt das BIPV-System die ohnehin zu erneuernde Fassadenverkleidung und verbessert gleichzeitig die Energiebilanz des Gebäudes. Die hinterlüftete Montage als vorgehängte Fassade ist ein bewährtes Konstruktionsprinzip, das auch im Bestand problemlos umsetzbar ist.
Welche Brandschutzanforderungen erfüllen Fassadenmodule?
Hochwertige BIPV-Fassadenmodule in Glas-Glas-Bauweise erfüllen die europäische Brandschutznorm EN 13501-5 und erreichen die Klassifizierung BROOF(T1). Damit sind sie für den Einsatz an Gebäuden mit erhöhten Brandschutzanforderungen geeignet – einschließlich öffentlicher Gebäude und Hochhäuser, sofern die Gesamtkonstruktion den lokalen Bauvorschriften entspricht.
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