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Infrarotheizung: Kosten, Stromverbrauch, Vor- und Nachteile

Strahlungswärme für Neubau und Sanierung – mit ehrlichem Blick auf Anschaffung, Stromverbrauch, Rechtslage und das Zusammenspiel mit Ihrer Photovoltaikanlage.

Was ist eine Infrarotheizung – und was kostet sie?

Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Heizung, die nicht in erster Linie die Luft erwärmt, sondern mit Wärmestrahlung direkt die Oberflächen im Raum – Wände, Böden, Möbel und Personen. Rechtlich zählt sie zu den Stromdirektheizungen: Sie macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme. Die Strahlungswärme sorgt für ein angenehmes Raumgefühl bei etwas geringerer Lufttemperatur und wirbelt kaum Staub auf. Ob sie im Neubau oder im Bestand die passende Heizung ist, hängt vor allem von der Dämmung Ihres Gebäudes ab.

Die Kosten einer Infrarotheizung bestehen aus zwei Teilen: der Anschaffung samt Montage und Elektroanschluss, die meist geringer ausfällt als bei einer Wärmepumpe, weil kein wassergeführtes Heizsystem nötig ist – und dem Stromverbrauch im Betrieb, der deutlich höher liegt als bei einer Wärmepumpe. Was Ihre Infrarotheizung kostet, halten wir im Projektbericht fest – nach dem Vor-Ort-Termin erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot.

Anschaffung und Montage

Die Investition richtet sich nach der benötigten Heizleistung, der Zahl der Räume und dem Zustand der Elektroinstallation – oft braucht es eigene Stromkreise und Platz im Zählerschrank. Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto weniger Heizleistung ist nötig. Die Zahlen für Ihr Gebäude stehen im Projektbericht.

Einfache Installation

Kleinformatige Heizelemente werden vorzugsweise an der Decke montiert und benötigen lediglich einen Stromanschluss. Kein Rohrleitungssystem, kein Heizungskeller, kein Schornstein – die Installation ist deutlich schneller und kostengünstiger als bei wassergeführten Heizsystemen.

Infrarotheizung mit Photovoltaik

Ein Energiemanagementsystem schaltet die Heizung bevorzugt bei PV-Überschuss oder bei günstigen Preisen eines dynamischen Stromtarifs ein – so wird Solarstrom direkt zu Wärme. Weil der Heizbedarf aber vor allem im Winter anfällt, wenn die PV-Anlage wenig liefert, deckt der eigene Solarstrom nur einen Teil des Heizstroms.

Rechtslage nach dem neuen Heizungsgesetz

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Stromdirektheizungen bleiben zulässig, wenn das Gebäude einen sehr guten Wärmeschutz hat – mit Ausnahmen für selbst bewohnte Häuser mit höchstens zwei Wohnungen. Weil 2025 bereits 55,1 % des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammten (Umweltbundesamt, März 2026), verbessert sich die CO₂-Bilanz jeder Stromheizung mit dem weiteren Ausbau.

Infrarotheizung im Altbau und in der Sanierung

Die Sanierung von Bestandsgebäuden stellt besondere Anforderungen an Effizienz, Wirtschaftlichkeit und bauliche Umsetzbarkeit. Gerade beim Austausch veralteter Nachtspeicher- oder Gasheizungen kann die Infrarotheizung eine Alternative sein – als alleiniges Heizsystem oder ergänzend, etwa als Hybridheizung zusammen mit einer Luft-Luft-Klimaanlage. Die Installation einer Stromleitung ist in der Regel deutlich einfacher als der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung mit Wärmepumpe. Entscheidend im Altbau ist die Dämmung: In einem unsanierten Haus wird der Betrieb schnell teuer.

Schnittbild eines Hauses mit Photovoltaikanlage auf dem Dach und Infrarot-Deckenheizung

Infrarotheizung im Bestand: Anforderungen an den Wärmeschutz

Seit dem 29. Juli 2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz die bisherigen Heizungsregeln des Gebäudeenergiegesetzes; die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen ist entfallen. Für Stromdirektheizungen wie die Infrarotheizung gilt: In ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen dürfen sie nur eingebaut werden, wenn der bauliche Wärmeschutz die gesetzlichen Anforderungen um mindestens 30 % unterschreitet. Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, sowie der Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung (Stand 03.10.2026, keine Rechtsberatung). Mehr zum Thema in unserem Beitrag.

Vorteile in der Sanierung

Vorteile in der Sanierung

Besonders beim Ersatz von Nachtspeicherheizungen bietet die Infrarotheizung Vorteile: Sie benötigt keine Verrohrung und nutzt oft Teile der vorhandenen Elektroinstallation. Durch die Deckenmontage der Heizelemente bleibt die Wandfläche nutzbar – ein Vorteil in beengten Bestandsräumen. Ob Leitungen und Zählerschrank für die zusätzliche Leistung reichen, prüfen wir beim Vor-Ort-Termin.

Energieeffizienz durch Photovoltaik

Was die PV-Anlage beitragen kann

Eine Photovoltaikanlage senkt die Betriebskosten, aber weniger, als eine Jahresbilanz vermuten lässt: Auch wenn die PV-Anlage übers Jahr mehr Strom erzeugt, als die Heizung verbraucht, fällt der meiste Heizstrom in den sonnenarmen Wintermonaten an. Sommerliche Überschüsse gleichen das nur auf dem Papier aus – für eingespeisten Strom erhalten neue Anlagen bis 10 kWp seit 1. August 2026 7,70 Cent je Kilowattstunde, Netzstrom kostet Haushalte im Schnitt 37,0 Cent (Quellen: Bundesnetzagentur, BDEW-Strompreisanalyse August 2026). Ein Batteriespeicher und ein Energiemanagement erhöhen den solaren Anteil vor allem in der Übergangszeit.

Komfort und Flexibilität

Komfort und Flexibilität

Die Strahlungswärme der Infrarotheizung erwärmt direkt Oberflächen und Personen und bewegt dabei kaum Luft. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung senkt die Lüftungswärmeverluste und sorgt für gleichbleibend frische Luft. Die Heizelemente lassen sich flexibel als Decken- oder Wandheizung einsetzen und raumweise regeln – je nach Raumgeometrie und Nutzung.

Ist die Infrarotheizung die richtige Lösung für Ihr Gebäude?

Ob Sanierung oder Neubau – wir rechnen im Projektbericht Anschaffung, Stromverbrauch und PV-Anteil für Ihr Gebäude durch, prüfen beim Vor-Ort-Termin die Details und erstellen danach Ihr verbindliches Angebot.

Infrarotheizung im Neubau

Im Neubau spielt die energetische Gesamtplanung eine zentrale Rolle. Die Infrarotheizung bietet hier einen Vorteil: Ein wassergeführtes Heizsystem entfällt komplett, was Planungs- und Bauaufwand senkt. Sinnvoll ist sie vor allem in Kombination mit einer sehr gut gedämmten Gebäudehülle, kontrollierter Wohnraumlüftung und Photovoltaikanlage.

Optimale Lösungen für Neubauten

Anforderungen im Neubau

Im Neubau ist eine Stromdirektheizung nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz zulässig, wenn der bauliche Wärmeschutz die gesetzlichen Anforderungen um mindestens 45 % unterschreitet – das entspricht in etwa einer Gebäudehülle auf Effizienzhaus-40-Niveau (Stand 03.10.2026, keine Rechtsberatung). Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. In Verbindung mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung wird der Komfort weiter gesteigert und der Energiebedarf gesenkt.

Effizienz und Wirtschaftlichkeit

Stromverbrauch und Betriebskosten

Wie viel Strom eine Infrarotheizung verbraucht, ergibt sich direkt aus dem Heizwärmebedarf, denn aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme. Ein Rechenbeispiel mit Annahmen: 120 m² Wohnfläche mit einem Heizwärmebedarf von 40 kWh pro Quadratmeter und Jahr ergeben rund 4.800 kWh Heizstrom – bei durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde (BDEW, August 2026) etwa 1.780 € im Jahr. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,1 (Mittelwert im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden, Messjahr 2018/2019) bräuchte für dieselbe Wärme rund 1.550 kWh. Die geringere Anfangsinvestition der Infrarotheizung muss diesen Unterschied über die Jahre ausgleichen.

Energieautarkie durch Photovoltaik

Photovoltaik und Speicher im Neubau

Im Neubau lassen sich Dachfläche, Speicher und Heizung von Anfang an aufeinander abstimmen. Ein Batteriespeicher und ein dynamischer Stromtarif verschieben einen Teil des Verbrauchs in sonnige oder günstige Stunden. In den Wintermonaten bleibt die Infrarotheizung trotzdem überwiegend auf Netzstrom angewiesen – das gehört in jede ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wie Photovoltaik und Speicher in einem Einfamilienhaus auch einen Teil des Heizstroms decken, zeigt unsere Referenz PV-Anlage mit Speicher in Linsenhofen.

Langfristige Planungssicherheit

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile: geringer Installationsaufwand, keine beweglichen Teile und kaum Wartung, raumweise Regelung, kein Heizraum. Nachteile: für dieselbe Wärme rund dreimal so viel Strom wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Rechenbasis Jahresarbeitszahl 3,1), wenig Solarstrom in der Heizperiode und gesetzliche Anforderungen an den Wärmeschutz, sobald das Haus mehr als zwei Wohnungen hat oder der Eigentümer nicht selbst darin wohnt. Die Infrarotheizung passt deshalb vor allem zu sehr gut gedämmten Häusern, zu einzelnen Räumen und zu Situationen, in denen eine Wärmepumpe baulich nicht infrage kommt.

Häufige Fragen zu Kosten und Einsatz der Infrarotheizung

Ist eine Infrarotheizung nach dem neuen Heizungsgesetz erlaubt?

Ja, unter Bedingungen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Im Neubau ist eine Stromdirektheizung zulässig, wenn der bauliche Wärmeschutz die Anforderungen um mindestens 45 % unterschreitet. In bestehende Gebäude mit Wohnungen darf sie eingebaut werden, wenn er sie um mindestens 30 % unterschreitet. Beide Anforderungen gelten nicht für Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt; im Bestand außerdem nicht für den Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung (Stand 03.10.2026, keine Rechtsberatung).

Was kostet eine Infrarotheizung im Vergleich zur Wärmepumpe?

In der Anschaffung meist weniger, im Betrieb deutlich mehr. Weil kein wassergeführtes System nötig ist, fällt die Investition in der Regel geringer aus als bei einer Wärmepumpe. Dafür braucht die Infrarotheizung für dieselbe Wärme rund dreimal so viel Strom wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,1. Was sich über die Jahre für Ihr Haus rechnet, halten wir im Projektbericht fest – nach dem Vor-Ort-Termin erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot.

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Infrarotheizung?

So hoch wie der Heizwärmebedarf Ihres Gebäudes, denn eine Kilowattstunde Strom wird zu einer Kilowattstunde Wärme. Ein Rechenbeispiel mit Annahmen: Ein Haus mit 120 m² und einem Heizwärmebedarf von 40 kWh pro Quadratmeter und Jahr braucht rund 4.800 kWh Heizstrom im Jahr; im unsanierten Altbau kann es ein Vielfaches sein. Mit einer PV-Anlage lässt sich vor allem in der Übergangszeit ein Teil davon solar decken.

Kann die Infrarotheizung mit einer Wärmepumpe kombiniert werden?

Ja. Häufig übernimmt eine Wärmepumpe – zum Beispiel eine Luft-Luft-Wärmepumpe, also eine Klimaanlage mit Heizfunktion – die Grundlast in den Hauptwohnräumen, und Infrarotpaneele ergänzen in einzelnen Räumen wie dem Bad. Die frühere 65-Prozent-Pflicht ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen; für die Infrarotpaneele gelten aber die Anforderungen an Stromdirektheizungen. Mehr dazu im Beitrag Hybridheizung als Alternative zur Wärmepumpe.

Gibt es Fördermittel für Infrarotheizungen?

Das prüfen wir für Ihr Vorhaben im Projektbericht – eine pauschale Aussage treffen wir hier bewusst nicht, weil sich die Förderprogramme für Heizungen laufend ändern, zuletzt mit der Reform der Heizungsförderung zum 21. Juli 2026. Wir sehen uns dabei auch an, ob begleitende Maßnahmen wie Dämmung, Lüftung oder Photovoltaik gefördert werden können (Stand 03.10.2026).

Lohnt sich eine Infrarotheizung im Altbau?

Nur in gut gedämmten Altbauten oder für einzelne Räume. In einem unsanierten Haus ist der Heizwärmebedarf hoch, und weil die Infrarotheizung jede Kilowattstunde Wärme direkt aus Strom erzeugt, steigen die Betriebskosten entsprechend. Rechtlich ist der Einbau im selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhaus ohne zusätzliche Wärmeschutz-Anforderung möglich (Stand 03.10.2026, keine Rechtsberatung). Oft lässt sich auch im Altbau eine Wärmepumpe betreiben – das prüfen wir im Projektbericht.

Infrarotheizung planen lassen

Finden Sie heraus, ob die Infrarotheizung für Ihr Gebäude wirtschaftlich ist. Wir rechnen im Projektbericht Anschaffung, Stromverbrauch und PV-Kombination durch und vergleichen sie mit einer Wärmepumpe. Beim Vor-Ort-Termin prüfen wir die Details, danach erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot.

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