Solarstrom boomt trotz geringer Solarstrahlung

Im Juli 2024 erreichten Photovoltaikanlagen in Deutschland einen neuen Rekord. Mit einer Stromerzeugung von 10,1 Terrawattstunden (TWh) lieferten sie 25 % mehr Solarstrom als im Juli des Vorjahres. Dieses beeindruckende Wachstum ist trotz geringerer Solarstrahlung zu verzeichnen und resultiert aus dem umfangreichen Zubau neuer Solaranlagen. Von Januar bis Juli 2024 stieg die Photovoltaik-Leistung um 14 % im Vergleich zum Vorjahr, mit einem Netto-Anlagenzubau von knapp 9,4 Gigawatt – ein Plus von etwa 11 % gegenüber 2023.

Erneuerbare Energien auf Wachstumskurs

Nicht nur die Photovoltaik konnte zulegen: Insgesamt lieferten alle erneuerbaren Energien zusammen in den ersten sieben Monaten des Jahres sieben Prozent mehr Strom als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei der Windenergie war der Anstieg mit fünf Prozent moderat, während die Stromproduktion aus Wasserkraft deutlich zunahm. Die Erzeugung aus Biomasse-Anlagen nahm hingegen leicht ab.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Windenergie an Land und auf See

Besonders erwähnenswert ist, dass bei der Windenergie an Land die Zunahme der installierten Leistung mit knapp zwei Prozent die geringste der letzten fünf Jahre war. Offshore-Windanlagen entwickelten sich hingegen besser, mit einem Plus von 6,5 Prozent.

Historische Entwicklung der Einspeisung erneuerbarer Energien in Deutschland

Die Einspeisung erneuerbarer Energien in Deutschland hat eine lange Entwicklung hinter sich, die mit der Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 ihren Anfang nahm. Dieses Gesetz setzte erstmals systematische Anreize für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie und Biomasse. Zu Beginn war die Einspeisevergütung das zentrale Instrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Betreiber von Anlagen erhielten eine festgelegte Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom, die deutlich über dem Marktpreis für Strom lag. Dies machte Investitionen in erneuerbare Energien attraktiv und führte zu einem schnellen Wachstum der installierten Kapazitäten.

Besonders die Windkraft profitierte in den frühen Jahren von dieser Regelung und wurde zur dominierenden Quelle erneuerbarer Energie in Deutschland. Von 2000 bis 2010 stieg die installierte Windkraftleistung von knapp 6 Gigawatt auf über 27 Gigawatt. Solarstrom spielte in dieser Zeit eine vergleichsweise kleine Rolle, da die Installationskosten für Photovoltaikanlagen noch sehr hoch waren.

Mit der stetigen Verbesserung der Technologien und der Senkung der Produktionskosten, insbesondere im Bereich der Solarenergie, begann ab 2010 jedoch ein rapider Ausbau von Photovoltaikanlagen. Bis 2020 stieg die installierte Photovoltaikleistung auf über 50 Gigawatt. Das EEG spielte auch hier eine entscheidende Rolle, da die Einspeisevergütung für Solarstrom über viele Jahre stabil blieb und so den Anreiz für private Haushalte und Unternehmen schuf, in Solaranlagen zu investieren.

Herausforderungen und Anpassungen der EEG-Vergütung

Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stiegen jedoch auch die Kosten für die EEG-Vergütung, die von den Stromverbrauchern über die EEG-Umlage getragen wurden. Dies führte in den letzten Jahren zu Diskussionen über die Reform des EEG und die Notwendigkeit, die Einspeisevergütung zu senken, um die Kosten für Verbraucher zu begrenzen. Ab 2012 wurden daher schrittweise die Vergütungssätze gesenkt und ein Ausschreibungsmodell für größere Anlagen eingeführt, um den Wettbewerb zu fördern.

2020 war schließlich ein Wendepunkt für viele ältere Anlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Vergütung herausfielen. Diese sogenannten Ü20-Anlagen müssen sich seitdem neuen Strategien stellen, um wirtschaftlich zu bleiben. Viele Betreiber setzen verstärkt auf Eigenverbrauch und Speichertechnologien, um den erzeugten Strom möglichst effizient selbst zu nutzen. Zudem gibt es neue Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und das KfW-Programm, die Investitionen in Speicher und Eigenverbrauch unterstützen.

Blick in die Zukunft: Die Rolle erneuerbarer Energien bis 2030

Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix in Deutschland auf mindestens 80 % steigen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, werden weiterhin große Investitionen in Wind- und Solarenergie sowie in die entsprechende Infrastruktur wie Stromnetze und Speichersysteme notwendig sein. Photovoltaik wird hierbei eine Schlüsselrolle spielen, da sie im Gegensatz zur Windkraft flexibler und schneller installiert werden kann und sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen eine attraktive Lösung bietet. Auch die Entwicklung von intelligenten Netzen und Speichersystemen, die die Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen, wird für den zukünftigen Erfolg erneuerbarer Energien entscheidend sein.

Für weitere Details und umfassende Informationen besuchen Sie bitte den vollständigen Bericht auf pv-magazine.de.

Fazit: Deutschland hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung bei der Einspeisung erneuerbarer Energien durchlaufen, die maßgeblich durch das EEG unterstützt wurde. Auch wenn die Einspeisevergütung für neue Anlagen mittlerweile gesenkt wurde, bleibt die wirtschaftliche Nutzung von Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energien durch Eigenverbrauch und Speicherlösungen attraktiv. Mit einer klaren politischen Ausrichtung und technologischen Innovationen steht Deutschland weiterhin auf einem guten Weg, die Energiewende erfolgreich umzusetzen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Für weitere Details und umfassende Informationen besuchen Sie bitte den vollständigen Bericht auf pv-magazine.de.


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