Zwei Erträge. Eine Fläche. Eine kluge Idee.

Landwirtschaftliche Flächen sind knapp – und Solarenergie braucht Platz. Agri-PV löst diesen scheinbaren Widerspruch: Solarmodule und Feldfrüchte teilen sich dieselbe Fläche, ohne sich gegenseitig zu verdrängen. Was lange wie ein Nischenthema wirkte, entwickelt sich gerade zu einem der spannendsten Felder der Energiewende – besonders in Deutschland, wo der Druck auf Freiflächen wächst.

HUMMEL energize beobachtet diese Entwicklung seit Jahren aus nächster Nähe. Als regionaler Energiedienstleister aus Frickenhausen im Landkreis Esslingen unterstützen wir Betriebe und Privatpersonen bei zukunftsfähigen PV-Lösungen – und Agri-PV gehört für uns klar dazu. Wir möchten Ihnen zeigen, was hinter dem Begriff steckt, was es kostet und wann es sich für Sie lohnen kann.

Agri-PVauf einen Blick
Was ist es?Kombination aus landwirtschaftlicher Nutzung und Photovoltaikanlage auf derselben Fläche
Auch bekannt alsAgrivoltaik, Agrophotovoltaik, APV
Rechtlicher RahmenEEG 2023, §37 EEG (besondere Ausschreibungskategorie), Bundesnaturschutzgesetz
FörderungEEG-Einspeisevergütung über besondere Ausschreibungen der Bundesnetzagentur
Wer kann teilnehmen?Landwirte, Agrarbetriebe, Kommunen mit landwirtschaftlichen Flächen
Typische AnlagengrößeAb ca. 1 MWp (Ausschreibungspflicht); kleinere Anlagen im Pilotbereich möglich
Kosten (Investition)Ca. 15–25 % höhere Installationskosten vs. konventionelle Freiflächenanlage
Stand DeutschlandErste Agri-PV-Ausschreibungsrunde 2024 abgeschlossen; Kapazitäten werden laufend ausgebaut

Was ist Agri-PV ?

Das Prinzip klingt einfach: Über oder zwischen landwirtschaftlichen Kulturen werden Solarmodule auf erhöhten Tragkonstruktionen montiert. Die Anlage produziert Strom, während darunter – oder daneben – weiterhin Obst, Gemüse, Feldfrüchte oder Weideland bewirtschaftet werden können. Dieses Konzept nennt sich Agri-PV, auch bekannt als Agrivoltaik oder kurz APV.

Die Technologie ist keine Zukunftsvision mehr. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat Agri-PV seit Jahren erforscht und in Pilotprojekten belegt, dass viele Kulturen unter oder neben Solarmodulen genauso gut – teilweise sogar besser – wachsen als ohne. Bestimmte Gemüsesorten, Beeren oder Weinkulturen profitieren sogar vom partiellen Schattenwurf, da sie so vor Starkregen, Hagel oder Hitze geschützt werden.

Gesetzlich ist Agri-PV seit dem EEG 2023 als eigene Kategorie in den Sonderausschreibungen der Bundesnetzagentur verankert. Das bedeutet: Anlagen, die bestimmte technische Standards erfüllen (u. a. zur Doppelnutzung der Fläche), können an eigenen Ausschreibungsrunden teilnehmen und eine garantierte Einspeisevergütung erhalten. Die erste Ausschreibungsrunde für Agri-PV-Anlagen wurde 2024 erfolgreich durchgeführt.

Wichtig zu verstehen: Agri-PV ist kein Ersatz für konventionelle Freiflächen-PV auf Brachland oder versiegelten Flächen. Es ist ein ergänzendes Modell für Flächen, die aktiv landwirtschaftlich genutzt werden und genutzt bleiben sollen. Wer einfach eine Wiese mit Modulen vollstellen möchte, fällt nicht unter die Agri-PV-Regelung und kann auch nicht von deren Fördervorteilen profitieren.

Für PV-Interessierte ohne Landwirtschaft: Werfen Sie gern einen Blick auf unsere Lösungen für Privat- und Gewerbekunden – dort finden Sie die passenden Optionen für Dach- und Freiflächenanlagen.

Voraussetzungen und Kosten im Überblick

Wer eine Agri-PV-Anlage realisieren möchte, sollte einige technische und organisatorische Grundbedingungen kennen.

Zunächst zur Fläche: Die Anlage muss nachweislich auf einer aktiv bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche errichtet werden. Die landwirtschaftliche Nutzung darf durch die Solarmodule nicht wesentlich eingeschränkt werden – konkret: Mindestens 66 % des Flächenertrags müssen im Vergleich zu einer ungenutzten Referenzfläche erhalten bleiben. Diese sogenannte „Doppelnutzungsquote“ ist Voraussetzung für die EEG-Förderung.

Die Konstruktion muss erhöht oder vertikal ausgeführt sein, damit landwirtschaftliche Maschinen darunter oder daneben arbeiten können. Übliche Aufbauhöhen liegen bei drei bis fünf Metern für Überkopf-Systeme. Alternativ gibt es vertikale bifaziale Module, die zwischen Feldstreifen aufgestellt werden – besonders für Getreide oder Grünland geeignet.

Zu den Kosten: Agri-PV-Anlagen kosten in der Errichtung rund 15 bis 25 Prozent mehr als vergleichbare konventionelle Freiflächenanlagen. Dieser Mehraufwand entsteht durch die spezielle Unterkonstruktion und die Anforderungen an Zugänglichkeit und Wartbarkeit. Bei Anlagen ab 1 MWp, die an Ausschreibungen teilnehmen, sind die Einspeisevergütungen jedoch entsprechend angepasst – das Modell kann sich langfristig rechnen.

Wirtschaftlich besonders interessant ist Agri-PV für Betriebe, die Strom selbst verbrauchen können – etwa für Maschinen, Trocknungsanlagen oder Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Kombiniert mit einem Stromspeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern, was die Wirtschaftlichkeit nochmals verbessert.

Was bedeutet das für Ihren Betrieb ?

Wenn Sie einen landwirtschaftlichen Betrieb führen oder über eine entsprechende Fläche verfügen, lohnt es sich, Agri-PV jetzt ernsthaft zu prüfen. Die Ausschreibungskapazitäten in Deutschland werden schrittweise erhöht, und wer früh plant, sichert sich Vorteile bei Netzanschluss, Genehmigung und Einspeisevergütung.

HUMMEL energize begleitet Sie von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihre Flächen geeignet sind, klären die baurechtlichen und EEG-rechtlichen Voraussetzungen und entwickeln ein wirtschaftliches Gesamtkonzept – inklusive PV-Erzeugungsanlage, Speicherlösung und, wo sinnvoll, Ladeinfrastruktur.

Als regionaler Partner aus dem Landkreis Esslingen kennen wir die lokalen Gegebenheiten – von Genehmigungsbehörden bis hin zu Netzbetreibern. Das spart Ihnen Zeit und vermeidet teure Umwege.

Haben Sie Interesse oder erste Fragen? Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner