PV-Module entsorgen heißt: ausgediente Solarmodule als Elektroaltgerät abgeben, damit Glas, Aluminium, Silizium und Metalle zurückgewonnen werden. Seit Oktober 2015 fallen Photovoltaikmodule unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) – sie gehören nicht in den Hausmüll. Private Betreiber können haushaltsübliche Mengen kostenfrei an kommunalen Sammelstellen abgeben.
Mit dem Ausbau der Photovoltaik wächst auch die Menge an Modulen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Nach Schätzungen, die das Photovoltaik-Programm der Internationalen Energieagentur (IEA PVPS) für Deutschland zusammengetragen hat, könnten im Jahr 2030 zwischen 400.000 und 1 Million Tonnen Abfälle aus PV-Anlagen anfallen (Stand April 2024).
Diese Abfallmenge ist eine Herausforderung und zugleich eine Chance für die Solarbranche in Europa: Durch effizientes Recycling können wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und in die Produktion neuer Solarmodule integriert werden. Das stärkt nicht nur die Rohstoffunabhängigkeit Europas, sondern kann auch neue Wertschöpfungsketten in der Recyclingbranche schaffen.
Institute der Fraunhofer-Gesellschaft untersuchen, wie sich Materialien wie Glas, Aluminium, Silizium und Silber aus Altmodulen zurückgewinnen lassen. Moderne Recyclingverfahren könnten die Solarindustrie künftig mit Sekundärrohstoffen versorgen – also mit Rohstoffen, die aus Abfällen zurückgewonnen werden – und so die Kreislaufwirtschaft voranbringen.
PV-Module entsorgen: So geht es richtig
Kleine Mengen aus privaten Anlagen: Haushaltsübliche Mengen nehmen kommunale Sammelstellen wie Wertstoffhöfe kostenfrei an – meist gelten 20 bis 50 Module als haushaltsüblich. Welche Sammelstelle Module annimmt und ob Sie größere Mengen vorher anmelden müssen, erfragen Sie beim Abfallwirtschaftsbetrieb Ihres Landkreises. Gebrochene Module sollten Sie so transportieren, dass sich niemand an Glas oder offenen Kontakten verletzt.
Größere Mengen und gewerbliche Anlagen: Module aus gewerblich genutzten Anlagen und größere Mengen nehmen Wertstoffhöfe in der Regel nicht an. Dafür gibt es Rücknahmesysteme der Hersteller und zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe; dort können Kosten anfallen, die Sie vorab beim Entsorger erfragen.
Beim Rückbau oder Repowering: Werden Module im Zuge einer Sanierung, einer Erweiterung oder eines Repowerings getauscht, gehört die Rückführung der Altmodule zum Projekt. Für gesammelte Altmodule gelten Mindestquoten: 85 % ihres Gewichts müssen verwertet, 80 % zur Wiederverwendung vorbereitet oder recycelt werden.
Bestandteile von PV-Modulen
Photovoltaikmodule bestehen hauptsächlich aus:
- Glas (der größte Gewichtsanteil)
- Aluminiumrahmen
- Silizium-Solarzellen
- Kunststoffe (EVA-Folie, Rückseitenfolie)
- Kleine Mengen an Silber, Kupfer und Blei
Die gesetzlichen Mindestquoten werden in der Regel schon über das Solarglas und die Aluminiumrahmen erreicht. Für die Nachhaltigkeit der Solarbranche kommt es darauf an, auch Silizium, Silber und Kupfer möglichst hochwertig zurückzugewinnen.
Wie PV-Module recycelt werden
- Mechanisches Recycling:
- Die Module werden zerkleinert, Glas, Metalle und Kunststoffe werden getrennt.
- So lassen sich vor allem Glas und Aluminium zurückgewinnen.
- Thermisches Recycling:
- Hohe Temperaturen entfernen Kunststoffe, Metalle bleiben erhalten.
- Besonders geeignet für die Rückgewinnung von Edelmetallen.
- Chemisches Recycling:
- Einsatz von Chemikalien zur gezielten Trennung von Halbleitern und Metallen.
- Ermöglicht eine besonders hohe Reinheit der gewonnenen Rohstoffe.
Forschung: Recyclingprojekte am Fraunhofer CSP
Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale) arbeitet in mehreren Projekten an effizienteren Recyclingprozessen.
- Im Projekt „RESCUE“ wurde ein datengetriebenes Verfahren entwickelt: Die Module werden zu Beginn des Recyclings über ihr Typenschild erkannt, und der Prozess wird darauf abgestimmt.
- Das EU-Projekt „RETRIEVE“ konzentriert sich auf die Rückgewinnung von Materialien mit hoher Reinheit, um diese wieder in die Solarproduktion einzuspeisen.
Solche Verfahren sollen das Recycling wirtschaftlicher und ökologisch nachhaltiger machen – und die Photovoltaikbranche unabhängiger von Rohstoffimporten.
Gesetzliche Rahmenbedingungen: Was das ElektroG regelt
In Deutschland regelt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) die Rücknahme und das Recycling von PV-Modulen; es setzt die EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) um. Hersteller sind für die Rücknahme und Entsorgung ihrer Module verantwortlich. Für gesammelte Altmodule gelten Mindestquoten: 85 % des Gewichts müssen verwertet und 80 % zur Wiederverwendung vorbereitet oder recycelt werden (Stand 03.10.2026, keine Rechtsberatung).
Mit der wachsenden Menge ausgedienter Module wächst auch der Recyclingmarkt – und mit ihm die Chance, Rohstoffe in Europa im Kreislauf zu halten und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Was passiert mit Ihren alten Modulen?
Wenn wir eine Altanlage zurückbauen oder Module im Zuge eines Repowerings tauschen, nehmen wir die Altmodule zurück und führen sie einer fachgerechten Verwertung zu. Wie die ausgebauten Module und der alte Wechselrichter zurückgeführt werden, halten wir im Projektbericht fest – nach dem Vor-Ort-Termin erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot. Wann sich neue Module auf einer bestehenden Anlage lohnen, lesen Sie in unserem Ratgeber Repowering.
Häufige Fragen zum Entsorgen von PV-Modulen
Darf ich alte Solarmodule in den Hausmüll werfen?
Nein. PV-Module sind seit Oktober 2015 Elektroaltgeräte im Sinne des ElektroG und müssen getrennt gesammelt werden – über kommunale Sammelstellen oder Rücknahmesysteme der Hersteller.
Wo kann ich PV-Module kostenlos abgeben?
Private Betreiber geben haushaltsübliche Mengen – meist 20 bis 50 Module – kostenfrei an kommunalen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen ab. Welche Stelle in Ihrem Landkreis Module annimmt, erfahren Sie beim zuständigen Abfallwirtschaftsbetrieb.
Was kostet es, PV-Module zu entsorgen?
Für private Betreiber ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen an kommunalen Sammelstellen kostenfrei. Bei größeren Mengen und Modulen aus gewerblichen Anlagen können beim Entsorger Kosten anfallen – den Preis nennt Ihnen der Entsorger vorab.
Welche Quoten gelten beim Recycling von Solarmodulen?
85 % des Gewichts gesammelter Altmodule müssen verwertet, 80 % zur Wiederverwendung vorbereitet oder recycelt werden. Diese Mindestquoten stammen aus der EU-WEEE-Richtlinie und gelten in Deutschland über das ElektroG.
Fazit: Nachhaltigkeit durch Recycling stärken
Das Recycling von Photovoltaikmodulen hat Potenzial – ökologisch und wirtschaftlich. Mit modernen Verfahren und Forschung, etwa an den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, kann die Solarbranche nachhaltiger und ressourcenschonender werden. Für Betreiber ist der Weg klar: Altmodule gehören in die getrennte Sammlung, nicht in den Hausmüll.
Durch konsequente Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Grundlage für eine starke, unabhängige und zukunftsfähige Photovoltaikbranche geschaffen.
Sie planen den Rückbau, eine Erweiterung oder ein Repowering Ihrer Anlage? Wir halten die Grundlagen in Ihrem Projektbericht fest, prüfen beim Vor-Ort-Termin die Details und erstellen danach Ihr verbindliches Angebot. Projekt anfragen. ENERGIE NEU DENKEN.
Stand: 3. Oktober 2026. Quellen: Vattenfall, Wie und wo entsorge ich Photovoltaikmodule? (04.12.2024), Utopia, Entsorgung von PV-Modulen (27.09.2025), Richtlinie 2012/19/EU (WEEE), Anhang V, Clean Energy Wire zum IEA-PVPS-Bericht (03.04.2024), Solarserver, Fraunhofer-Projekt RESCUE (09.10.2023), Fraunhofer CSP, Projekt RETRIEVE. Dieser Beitrag ist eine fachliche Einordnung und keine Rechtsberatung.

