Ein PV-Heizstab ist ein elektrischer Heizstab im Warmwasserspeicher, der überschüssigen Solarstrom Ihrer Photovoltaikanlage in Wärme umwandelt. Statt den Überschuss für eine geringe Vergütung ins Netz einzuspeisen, erwärmt er damit Ihr Trinkwasser – geregelt nach genau der Leistung, die gerade übrig ist.
Als regionaler Fachbetrieb aus Frickenhausen planen und bauen wir Photovoltaikanlagen mit Speicher im Landkreis Esslingen und in der Region Stuttgart. Die Frage nach dem Heizstab kommt meist dann, wenn die Anlage im Sommer mehr Strom erzeugt, als Haushalt und Batteriespeicher aufnehmen – oder wenn eine ältere Anlage aus der EEG-Vergütung fällt. In diesem Ratgeber erklären wir, wie ein PV-Heizstab arbeitet, wie er gesteuert wird und wann er sich gegenüber der Einspeisung rechnet.
Kurz gefasst
- Ein PV-Heizstab macht aus überschüssigem Solarstrom Warmwasser – aus einer Kilowattstunde Strom wird rund eine Kilowattstunde Wärme.
- Gesteuert wird stufenlos, in festen Schaltstufen oder über ein Energiemanagementsystem; Grundlage ist immer eine Messung am Netzanschlusspunkt.
- Er rechnet sich vor allem, wenn er Wärme aus Gas, Öl oder Netzstrom ersetzt und die Einspeisevergütung niedrig ist oder ganz fehlt.
- Eine Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde ein Mehrfaches an Wärme – der Heizstab ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
Was ein PV-Heizstab ist und wie er arbeitet
Ein Heizstab ist im Kern ein elektrischer Widerstand, der in den Warmwasserspeicher ragt. Die zugeführte elektrische Energie wird praktisch vollständig zu Wärme. Ein herkömmlicher Heizstab läuft mit fester Leistung und bezieht dafür Strom aus dem Netz, sobald er eingeschaltet ist. Ein PV-Heizstab arbeitet anders: Ein Regler misst am Netzanschlusspunkt, wie viel Solarstrom gerade ins Netz fließen würde, und gibt dem Heizstab genau diese Leistung. Zieht der Haushalt mehr Strom oder zieht eine Wolke auf, regelt er sofort zurück.
Der Warmwasserspeicher wird so zum Wärmespeicher für Ihren Solarstrom. Zur Einordnung ein Rechenbeispiel: Um 300 Liter Wasser von 45 auf 60 °C zu erwärmen, braucht es rund 5 kWh Wärme (300 Liter × 1,163 Wh je Liter und Kelvin × 15 Kelvin). Diese Menge kann ein PV-Heizstab an einem sonnigen Tag aus dem Überschuss aufnehmen – allerdings nur als Wärme, nicht als Strom für den Abend.
Ein Nebeneffekt betrifft die Hygiene. Legionellen sind Bakterien, die sich in lauwarmem Trinkwasser vermehren können. Für private Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine festen Vorschriften; das Umweltbundesamt empfiehlt aber, Warmwasser mit mindestens 55 bis 60 °C zu bereiten. Ein PV-Heizstab kann den Speicher an sonnigen Tagen mit eigenem Solarstrom auf diese Temperatur bringen. An trüben Tagen übernimmt weiterhin Ihre Heizung.
Steuerung: stufenlos, geschaltet oder über Energiemanagement
Wie gut ein Heizstab den PV-Überschuss nutzt, entscheidet die Steuerung. Drei Varianten sind üblich:
- Stufenlose Regelung: Der Regler passt die Leistung zwischen null und der Nennleistung laufend an den Überschuss an. So wird jede überschüssige Kilowattstunde genutzt, ohne dass Strom aus dem Netz bezogen wird. Technisch arbeiten solche Regler zum Beispiel mit Pulsweiten- oder Phasenanschnittsteuerung; sie müssen die technischen Anschlussbedingungen Ihres Netzbetreibers einhalten.
- Geschaltete Heizstäbe: Ein Relais schaltet feste Leistungsstufen zu, etwa je eine Phase, sobald der Überschuss die nächste Stufe übersteigt. Das ist einfacher, lässt aber einen Teil des Überschusses ungenutzt – und zieht kurz Netzstrom, wenn die Sonne schneller nachlässt, als die Steuerung abschaltet.
- Über ein Energiemanagementsystem: Ein Home-Energy-Management-System (HEMS) verteilt den Überschuss nach Prioritäten auf Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe und Heizstab. Unser VOLTBRIDGE NODE S steuert Wallbox, Speicher und auf Wunsch die Wärmepumpe; ob und wie sich ein Heizstab einbinden lässt, prüfen wir im Projektbericht.
Für jede Heizstab-Steuerung mit PV-Überschuss gilt: Ohne Messwert am Netzanschlusspunkt weiß der Regler nicht, wie viel Strom übrig ist. Neue Verbrauchsgeräte sind dem Netzbetreiber nach § 19 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) mitzuteilen, soweit sich dadurch die vorzuhaltende Leistung erhöht oder Netzrückwirkungen zu erwarten sind – das klären wir bei der Installation. Ist der Heizstab Zusatz- oder Notheizung einer Wärmepumpe, zählt er nach den Hinweisen der Netzbetreiber zur steuerbaren Verbrauchseinrichtung nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).
Wann sich der Heizstab gegenüber der Einspeisung rechnet
Die Rechnung ist einfach: Jede Kilowattstunde, die in den Heizstab fließt, wird nicht eingespeist – dafür ersetzt sie rund eine Kilowattstunde Wärme, die sonst Ihre Heizung erzeugt hätte. Für neue Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung beträgt die Einspeisevergütung seit 1. August 2026 7,70 Cent je Kilowattstunde. Für Anlagen, die nach 20 Jahren aus der festen EEG-Vergütung gefallen sind, ist der Erlös in der Regel deutlich geringer – mehr dazu in unserem Beitrag PV-Anlage nach 20 Jahren.
7,70 ct
Einspeisevergütung je kWh, Teileinspeisung bis 10 kWp, seit 1. August 2026 (laut Bundesnetzagentur)
11,93 ct
Gaspreis je kWh für Haushalte im Einfamilienhaus, Durchschnitt 2026 bis August (laut BDEW)
≈ 5 kWh
Wärme, um 300 Liter Warmwasser um 15 Kelvin zu erwärmen (Rechenwert)
Auf der anderen Seite steht der Brennstoff, den Sie einsparen. Gas kostete Haushalte im Einfamilienhaus 2026 bisher durchschnittlich 11,93 Cent je Kilowattstunde (BDEW, Stand August 2026); dazu kommen die Verluste des Kessels. Kommt Ihr Warmwasser aus einem Durchlauferhitzer oder Elektroboiler, ersetzt der PV-Heizstab sogar Netzstrom, der Haushalte 2026 durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde kostet (BDEW, Stand August 2026).
Ob sich die Investition lohnt, hängt trotzdem von Ihrem Haus ab. Der Heizstab nutzt nur so viel Überschuss, wie der Speicher an Wärme aufnehmen kann – im Sommer ist das oft weniger, als die PV-Anlage übrig hat. Liefert eine Solarthermieanlage im Sommer ohnehin warmes Wasser, bleibt wenig zu tun. Und macht bereits eine Wärmepumpe Ihr Warmwasser, ersetzt der Heizstab nur den Strom, den die Wärmepumpe für dieselbe Wärme gebraucht hätte – und das ist deutlich weniger.
Heizstab, Wärmepumpe, Speicher: die richtige Reihenfolge
Solarstrom sollte dort landen, wo er am meisten wert ist. In den meisten Einfamilienhäusern ergibt sich daraus diese Reihenfolge:
- Direkter Verbrauch im Haushalt: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom.
- Batteriespeicher: Er verschiebt Solarstrom in den Abend und die Nacht und ersetzt dort ebenfalls Netzstrom. Mehr dazu unter Stromspeicher für Ihr Zuhause.
- E-Auto und Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Wie effizient sie übers Jahr arbeitet, beschreibt die Jahresarbeitszahl – das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom.
- PV-Heizstab: als letzte Stufe vor der Einspeisung, wenn alle anderen Verbraucher versorgt sind.
Die Reihenfolge kann sich verschieben. Bei einer Ü20-Anlage ohne Batteriespeicher und mit Gas- oder Ölheizung ist ein PV-Heizstab oft der einfachste Einstieg in den Eigenverbrauch, weil er die vorhandene Warmwasserinfrastruktur nutzt. Wer ohnehin über eine neue Heizung nachdenkt, sollte dagegen zuerst die Wärmepumpe mit Photovoltaik durchrechnen.
Nachrüsten im bestehenden Warmwasserspeicher
Viele Warmwasserspeicher lassen sich mit einem Heizstab nachrüsten. Beim Vor-Ort-Termin prüfen wir vor allem diese Punkte:
- Freie Muffe: Der Heizstab wird in eine Gewindemuffe des Speichers eingeschraubt. Gewindegröße und Einbaulänge müssen zum Speicher passen.
- Einbauhöhe: Die Höhe der Muffe bestimmt, welcher Teil des Speichers erwärmt wird. Sitzt sie weit oben, wird nur das obere Volumen warm.
- Sicherheit: Der Heizstab braucht einen Temperaturregler und einen Sicherheitstemperaturbegrenzer, der bei Überhitzung abschaltet.
- Zuleitung und Absicherung: Je nach Leistung ein- oder dreiphasig, mit eigener Absicherung im Zählerschrank.
- Messung: Für die Überschussregelung muss der Regler den Strom am Netzanschlusspunkt kennen – über einen eigenen Zähler oder die Daten von Wechselrichter oder Energiemanagement.
Hat Ihr Speicher keine passende Muffe, kann auch ein Heizungspufferspeicher die Wärme aufnehmen, oder der Warmwasserspeicher wird getauscht. Welche Lösung bei Ihnen passt, entscheiden wir erst nach dem Blick in den Heizungsraum.
Kosten und Ablauf bei uns
Was Ihr PV-Heizstab inklusive Regelung und Installation kostet, halten wir im Projektbericht fest – nach dem Vor-Ort-Termin erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot. So gehen wir vor:
- Projektbericht: Wir werten Erzeugung und Verbrauch aus, schätzen Ihren Warmwasserbedarf ab und zeigen, in welcher Reihenfolge Speicher, Wärmepumpe und Heizstab bei Ihnen sinnvoll sind.
- Vor-Ort-Termin: Wir prüfen Warmwasserspeicher, Muffe, Zählerschrank und Leitungswege.
- Verbindliches Angebot: Erst danach erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot – auf Wunsch zusammen mit PV-Anlage und Speicher.
Wichtig zur Einordnung
Das Rechenbeispiel zum Warmwasserspeicher ist ein physikalischer Rechenwert ohne Speicherverluste. Strom- und Gaspreise sind Durchschnittswerte des BDEW für Neukunden 2026; Ihr eigener Tarif kann abweichen. Die Angaben zu NAV, § 14a EnWG und Einspeisevergütung geben den Stand vom 2. Oktober 2026 wieder und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen zum PV-Heizstab
Lohnt sich ein Heizstab mit PV-Überschuss?
Ja, wenn er Wärme aus Gas, Öl oder Netzstrom ersetzt und der Überschuss sonst für eine niedrige Vergütung eingespeist würde. Gas kostete Haushalte im Einfamilienhaus 2026 bisher durchschnittlich 11,93 Cent je Kilowattstunde, die Einspeisevergütung neuer Anlagen beträgt 7,70 Cent. Macht bereits eine Wärmepumpe Ihr Warmwasser, ist der Nutzen deutlich geringer.
Wie wird ein Heizstab mit PV-Überschuss gesteuert?
Über einen Regler, der den Strom am Netzanschlusspunkt misst und dem Heizstab genau den Überschuss zuteilt – stufenlos oder in festen Schaltstufen. Alternativ übernimmt ein Energiemanagementsystem die Steuerung und verteilt den Überschuss nach Prioritäten auf Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Heizstab.
Heizstab oder Wärmepumpe – was ist sinnvoller?
Für die Wärmeversorgung des Hauses die Wärmepumpe: Sie erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme, der Heizstab nur eine Kilowattstunde. Der PV-Heizstab ist eine günstige Ergänzung, um Überschüsse zu nutzen – vor allem bei Gas- oder Ölheizungen und bei Ü20-Anlagen.
Kann ich einen Heizstab in einen bestehenden Warmwasserspeicher nachrüsten?
In vielen Fällen ja – wenn der Speicher eine freie Muffe in passender Größe und Höhe hat. Dazu kommen Temperaturregler, Sicherheitstemperaturbegrenzer, eine eigene Absicherung und eine Messung am Netzanschlusspunkt. Ob das bei Ihnen passt, prüfen wir beim Vor-Ort-Termin.
Unser Fazit
Ein PV-Heizstab ist kein Ersatz für Speicher oder Wärmepumpe, aber eine einfache Möglichkeit, Solarstrom zu nutzen, der sonst für wenig Geld ins Netz fließt. Am meisten bringt er dort, wo er Gas, Öl oder Netzstrom für Warmwasser ersetzt. Deshalb rechnen wir im Projektbericht mit Ihren Verbrauchsdaten, prüfen beim Vor-Ort-Termin Speicher und Zählerschrank, und erst danach erhalten Sie Ihr verbindliches Angebot – Planung, Installation und Betrieb aus einer Hand. ENERGIE NEU DENKEN.
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Stand: 2. Oktober 2026. Quellen: Bundesnetzagentur, EEG-Förderung und Fördersätze (Einspeisevergütung ab 1. August 2026), BDEW-Strompreisanalyse August 2026, BDEW-Gaspreisanalyse August 2026, Umweltbundesamt, Factsheet Trinkwarmwasserkonzepte (November 2023), § 19 NAV, § 14a EnWG, badenovaNETZE, Hinweise zur netzorientierten Steuerung von Verbrauchseinrichtungen (August 2025). Rechenbeispiel Warmwasserspeicher: eigene Berechnung. Dieser Beitrag ist eine fachliche Einordnung und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Autor: Alexander Hummel

