Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik ist eine Heizung, die einen Teil ihres Stroms direkt von der eigenen Solaranlage auf dem Dach bezieht. Die Wärmepumpe heizt im Winter und kann – wenn sie dafür ausgelegt ist – im Sommer die Wohnräume kühlen, also genau dann, wenn die PV-Anlage am meisten Strom liefert. So nutzen Sie mehr Solarstrom selbst, statt ihn für eine sinkende Einspeisevergütung ins Netz abzugeben.
Als regionaler Energiedienstleister aus Frickenhausen – mit einem Team, das langjährige Erfahrung in dezentraler Energieversorgung mitbringt – zeigen wir Ihnen bei HUMMEL energize, wie dieses Duo zusammenspielt – sachlich und mit Blick darauf, was für Ihr Zuhause wirklich zählt.
Wärmepumpe mit Photovoltaik auf einen Blick
Das Prinzip in Kürze: Eine kühlfähige Wärmepumpe heizt im Winter und kühlt im Sommer – und genau im Sommer liefert Ihre Photovoltaik-Anlage am meisten Strom. Erzeugungsspitze und Kühlbedarf fallen zeitlich zusammen. Wie stark Ihr Eigenverbrauch dadurch steigt, hängt von Verbrauch, Anlagengröße und Speicher ab – das rechnen wir im Projektbericht mit Ihren Zahlen durch. Den Heizungstausch bezuschusst die KfW mit 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten, bei sehr niedrigem Haushaltseinkommen mit bis zu 80 % (Stand 03.10.2026).
Wärmepumpe mit PV-Anlage: wie das Duo heizt und kühlt
Eine Wärmepumpe entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Wie viele, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ) – das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Weil die Wärmepumpe in vielen Haushalten der größte steuerbare Stromverbraucher ist, eignet sie sich gut, um Solarstrom direkt im Haus zu nutzen.
Der eigentliche Clou ist das Kühlen: Reversible Luft-Wasser-Wärmepumpen kehren ihren Kreislauf im Sommer um und geben Kälte über die Fußbodenheizung ab. Sole- und Erdwärmepumpen kühlen oft passiv („Natural Cooling“) – dabei arbeitet fast nur die Umwälzpumpe, besonders sparsam. Wichtig zur Einordnung: Nicht jede Wärmepumpe kann kühlen, und bei der Fußbodenkühlung muss der Taupunkt geregelt werden, damit sich kein Kondenswasser bildet.

Voraussetzungen und Förderung im Überblick
Sie brauchen eine kühlfähige Wärmepumpe, ein geeignetes Wärmeverteilsystem und idealerweise ein Energiemanagementsystem, das die Anlage bevorzugt bei PV-Überschuss laufen lässt. Viele Wärmepumpen haben dafür die Schnittstelle „SG-Ready“ (Smart Grid Ready): Über sie erhält die Wärmepumpe bei Solarüberschuss das Signal, gezielt mehr Wärme zu erzeugen und zu speichern. Bei den Kosten hilft die Förderung: Der Heizungstausch inklusive Wärmepumpe läuft seit 2024 über die KfW (Zuschuss 458): 30 % Grundförderung, dazu für selbstnutzende Eigentümer ein Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten fossilen Heizung – seit 21. Juli 2026 16 %, ab 1. Februar 2027 halbjährlich 4 Prozentpunkte weniger – und ein Einkommensbonus von 10 bis 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000 €. Insgesamt sind bis zu 70 % möglich, bei einem Einkommen bis 30.000 € bis zu 80 %. Förderfähig sind derzeit höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit; dieser Betrag sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 €. Den Effizienzbonus für Wärmepumpen gibt es seit 21. Juli 2026 nicht mehr. Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden – vorher schließen Sie mit dem Fachbetrieb einen Liefer- und Leistungsvertrag mit Förderbedingung ab. Förderfähig sind nur Geräte auf der BAFA-Liste. (Stand: 03.10.2026, Quellen: KfW und Bundeswirtschaftsministerium zur BEG-Reform vom Juli 2026, Pressemitteilung der Verbraucherzentrale vom 14.07.2026 – Fördersätze, Boni und Antragswege ändern sich regelmäßig; wir prüfen den aktuellen Stand für Ihr Vorhaben, keine Förderberatung.) Wirtschaftlich gilt: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom, der Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent kostet (BDEW-Strompreisanalyse, August 2026). Für eingespeisten Strom erhalten neue Anlagen bis 10 kWp seit 1. August 2026 dagegen 7,70 Cent (Teileinspeisung).
Wärmepumpe und PV-Anlage gemeinsam planen
Mit der sinkenden Einspeisevergütung wird der Eigenverbrauch zum eigentlichen Renditehebel – und die Wärmepumpe macht ihn ganzjährig nutzbar. Kombiniert mit einem Batteriespeicher heizen und kühlen Sie auch nach Sonnenuntergang mit eigener Sonne; wie sich das aktuell rechnet, lesen Sie im Beitrag zum Batteriespeicher 2026. Bei Neuanlagen empfehlen wir die kombinierte Planung von Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpe von Anfang an.
Wann sich die Kombination weniger lohnt, sagen wir Ihnen auch: In einem unsanierten Altbau mit Heizkörpern und hohen Vorlauftemperaturen arbeitet die Wärmepumpe ineffizient, und die Kühlfunktion entfällt praktisch ganz. Dann ist die Reihenfolge eine andere – erst die Gebäudehülle und das Verteilsystem, dann der Heizungstausch.
Wärmepumpe mit Photovoltaik: Erfahrungen aus Feldtests und Praxis
Wie effizient Wärmepumpen in bestehenden Häusern arbeiten, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in einem Feldtest mit 41 Anlagen gemessen: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,1, Erdreich-Wärmepumpen von 4,1. Aus einer Kilowattstunde Strom wurden also rund drei bis vier Kilowattstunden Wärme (Quelle: Fraunhofer ISE, Feldtest „WP im Bestand“, Messjahr 2018/2019).
Für die Kombination mit Photovoltaik heißt das ganz praktisch: Im Sommer und in der Übergangszeit deckt die PV-Anlage tagsüber einen großen Teil des Wärmepumpenstroms – für Warmwasser und, wenn die Anlage kühlen kann, für angenehme Raumtemperaturen. Im Januar dagegen liefert die PV-Anlage wenig, während die Wärmepumpe am meisten braucht. Den Heizstrom im Winter beziehen Sie deshalb überwiegend weiterhin aus dem Netz. Wer das vorher weiß, plant realistisch und legt Speicher und Energiemanagement passend aus.
Wie das bei Kunden aus der Region aussieht, zeigen unsere Referenzen, etwa die PV-Anlage mit Speicher und Wärmepumpe in Kohlberg und die PV-Anlage mit Speicher und Wärmepumpenanbindung in Neuffen. Einen Überblick über alle Projekte finden Sie unter Referenzen.
Häufige Fragen zu Wärmepumpe und Photovoltaik
Wie groß muss die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Eine feste Faustregel gibt es nicht – entscheidend ist der Strombedarf Ihrer Wärmepumpe. Er ergibt sich aus dem Heizwärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl: Braucht Ihr Haus zum Beispiel 15.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr und erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3,5, sind es rund 4.300 Kilowattstunden Strom (Rechenbeispiel). Weil der Bedarf im Winter anfällt und die Erzeugung im Sommer, deckt die Photovoltaik nie den kompletten Heizstrom. Realistisch ist ein deutlicher Anteil, der mit Speicher und Energiemanagement steigt. Wie hoch er bei Ihnen ausfällt, rechnen wir im Projektbericht mit Ihrem Verbrauch durch.
Kann jede Wärmepumpe kühlen?
Nein. Die Wärmepumpe muss dafür ausgelegt sein – reversible Luft-Wasser-Geräte kühlen aktiv, Sole-Wasser-Geräte oft passiv über das Erdreich. Voraussetzung ist außerdem ein Flächenheizsystem, in der Regel eine Fußbodenheizung, und eine Taupunktregelung, damit sich kein Kondenswasser bildet. Wer später kühlen möchte, sollte das vor dem Kauf festlegen: Nachrüsten ist aufwendig.
Was bringt ein Batteriespeicher zusätzlich?
Der Speicher verschiebt Solarstrom in die Abend- und Nachtstunden und erhöht damit den Anteil, den die Wärmepumpe aus eigener Erzeugung deckt. In der Heizperiode sind die Erträge allerdings gering – der Speicher spielt seine Stärke vor allem in der Übergangszeit und im Sommerbetrieb aus. Für die Heizlast im Januar ist er kein Ersatz für Netzstrom.
Wie läuft die Planung bei uns ab?
Zuerst erstellen wir einen Projektbericht mit Auslegung, Wirtschaftlichkeit und Förderweg. Beim Termin vor Ort prüfen wir danach Heizlast, Wärmeverteilung, Dachfläche, Zählerschrank und Ihren Stromverbrauch im Detail. Erst danach erhalten Sie ein verbindliches Angebot – so entscheiden Sie auf einer belastbaren Grundlage statt auf einer Schätzung.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Ja, wenn Gebäude und Wärmeverteilung zur Wärmepumpe passen: Jede Kilowattstunde Solarstrom, die die Wärmepumpe direkt nutzt, ersetzt Netzstrom für durchschnittlich 37,0 Cent, während eingespeister Strom bei neuen Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent bringt (Stand 03.10.2026, Quellen: BDEW, Bundesnetzagentur). Weniger lohnend ist die Kombination in einem unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen. Ob sie sich für Ihr Haus rechnet, zeigt der Projektbericht.
Muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber angemeldet werden?
Ja. Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug bei drohender Netzüberlastung vorübergehend auf 4,2 kW reduzieren, im Gegenzug zahlen Sie ein reduziertes Netzentgelt. Steuert er über ein Energiemanagementsystem, gilt die Begrenzung für den Bezug aus dem Netz – Solarstrom vom eigenen Dach können Sie zusätzlich nutzen. Die Anmeldung beim Netzbetreiber klären wir im Projektbericht (Stand 03.10.2026, Quelle: Bundesnetzagentur).
HUMMEL energize begleitet Sie aus einer Hand – von der Beratung bis zur Installation. Wir prüfen herstellerneutral, ob sich die Wärmepumpe mit Photovoltaik bei Ihnen sinnvoll kombinieren lässt und welche Förderung infrage kommt: Wir halten die Grundlagen in Ihrem Projektbericht fest, prüfen beim Vor-Ort-Termin die Details und erstellen danach Ihr verbindliches Angebot.
Stand: 3. Oktober 2026. Quellen: Verbraucherzentrale, Pressemitteilung vom 14.07.2026 zur BEG-Reform, BDEW-Strompreisanalyse August 2026, Bundesnetzagentur zu § 14a EnWG, Fraunhofer ISE (Feldtest „WP im Bestand“). Dieser Beitrag ist eine fachliche Einordnung und keine Förder- oder Rechtsberatung.
Autor: Andrej Plantikow

